Der Regenschirm zur Selbstverteidigung richtig eingesetzt

Der gute alte Regenschirm zur Selbstverteidigung

Selbstverteidigung bei Frauen ist sicherlich heutzutage ein Thema, dass genauso Selbstverständlich ist, wie die tägliche Pflege mit Beautyprodukten. Es gibt viele Möglichkeiten sich selbst zu verteidigen und in diversen Shops werden viele Produkte mehr oder weniger teuer angeboten. Ob diese allerdings alltagstauglich sind, mag man zu bezweifeln. Denn oft sind die Waffen, die Frauen zur Selbstverteidigung angeboten werden, entweder nutzlos, unhandlich oder im schlimmsten Fall sogar verboten. Wer als Frau abends allein durch die Straßen ziehen möchte oder muss, dem kann in der einen oder anderen Gegend es schon manchmal ganz schön mulmig werden. Wer als junge Frau, wie ich eine bin da gewappnet sein möchte, der kann zu einem ganz legalen und unauffälligen Werkzeug zur Selbstverteidigung greifen und zwar zum Regenschirm.

Guter legitimer Schutz gegen Angreifer

Es klingt im ersten Moment vielleicht lächerlich, wenn von einem ganz banalen Regenschirm in Sachen Selbstverteidigung die Rede ist. Aber tatsächlich ist es so, dass der gute, alte Regenschirm tatsächlich neben seiner bekannten Funktion gegen Regen und Nässe auch als Schutz gegen mögliche Angreifer dienen kann. Einen Regenschirm bei sich zu führen ist normal und vor allem gesetzlich absolut erlaubt. Wogegen Vieles, was auf dem Markt zur Selbstverteidigung angeboten wird, tatsächlich sogar ungesetzlich sein kann. Im schlimmsten Fall kann sogar mit hohen Strafen zu rechnen sein, wenn diese illegalen Waffen zum Einsatz kommen. Beispielsweise soll das allseits bekannte Pfefferspray nur bei Tieren zum Einsatz kommen. In Deutschland und vielen anderen Ländern der EU wird dieses Spray als gefährliche Waffe eingestuft und sogar das Mitführen ist strafbar. So ganz anders verhält sich dies beim Regenschirm. Hier würde niemand auf die Idee kommen, dieser sei illegal und gehöre dem Besitzer weggenommen.

Welche Kriterien erfüllt ein guter Schirm

Wer seinen Regenschirm also zum Einsatz gegen unliebsame Mitmenschen wirkungsvoll benutzen möchte, der sollte dennoch auf einige Kriterien achten. Denn Regenschirm ist nicht gleich Regenschirm. Das heißt, nicht Jeder eignet sich für den Einsatz bei Gefahr. Zunächst einmal sollte der Regenschirm recht stabil sein und bruchfest. Deshalb muss auf eine gewisse Qualität geachtet werden. Der 08/15 Schirm zum Schnäppchenpreis sollte es deshalb nicht gerade sein. Dieser erfüllt vielleicht gerade mal den Zweck eines Regenschirmes dich vor Nässe zu schützen, aber soll dieser zum Einsatz kommen, wenn ein Gegner zum Angriff übergeht, wird dieser kläglich den Geist aufgeben, bevor dieser seine Aufgaben erfüllt hat. Die Länge, der Knauf und auch die Stabilität sollten von guter Qualität sein. Hier bieten zahlreiche Online-Händler tolle Variationen an, die in modischen Farben und Formen zudem noch klasse aussehen.

Welche Techniken eignen sich zur Selbstverteidigung

Wichtig ist nun, die richtigen Schlagtechniken herauszufinden, um den Angreifer tatsächlich dingfest zu machen oder in die Flucht zu schlagen. Wer über keine oder geringe Vorkenntnisse verfügt, sollte meistens nur einfache Schlag- und Stoßtechniken durchführen. Oft reichen diese schon aus, um den Angreifer abzuwehren. Wer schon über eine gute Portion Vorerfahrung verfügt, kann auch Hebeltechniken anwenden, die den Angreifer abwehren. Im Internet werden genügend Videos zur Veranschaulichung dargestellt, die zeigen, wie sich Frauen wehren können. Eines ist in jedem Falle sehr wichtig und sollte unbedingt immer mit berücksichtigt werden. Es ist zwar in Ordnung, wenn man sich wehrt, dennoch darf der Gegner nicht so stark verletzt werden, dass dieser möglicherweise dabei getötet wird. Zwar gilt dies vor Gericht als Selbstverteidigung und wird auch berücksichtigt, dennoch entscheidet der Richter im Einzelfall. Dabei wird dieser immer berücksichtigen wie schwer der Angriff war. Eine weitere Maßnahme die zu empfehlen wäre, ist es den Angriff mit Freunden zu trainieren. Denn in einer echten Ausnahmesituation gestaltet es sich häufig ganz anders und da ist es sicherlich gut, wenn schon vorher mal die Situation durchgespielt wurde. Alles im Allem kommt es glücklicherweise nicht allzu häufig vor, dass der Regenschirm als Waffe wegen eines möglichen Angriffs zum Einsatz kommt. Dennoch ist Vorsicht immer besser als Nachsicht.

Selbstverteidigung mit Alltagsgegenständen

Es kann sehr wohl vorkommen, dass sich eine Frau in einer Notfallsituation vorfindet und sich wehren muss. Nicht immer ist dann ein Elektroschocker zur Hand. Aus diesem Grund ist es von besonderer Wichtigkeit, wenn man etwas immer griffbereit hat. Frauen tragen immer Handtaschen mit sich mit, wo sie immer über diverse Gegenstände verfügen. Diese können sehr wohl in akuten Notfällen eingesetzt werden.

Dabei handelt es sich um übliche Alltagsgegenstände, die in jeder Frauen-Handtasche vorzufinden sind. Allerdings kann sich eine Frau auch mit anderen Mitteln wehren, die nicht in der Tasche zu finden sind. Damit sind beispielsweise Steine, Äste oder Sand gemeint.

Welche Alltagsgegenstände können zur Selbstverteidigung eingesetzt werden?

Gegenstände mit Stöcken:

Damit sind vor allem Gegenstände wie zum Beispiel Stöcke, Regenschirme, Taschenlampen, Hammer, Äste oder Schläger (Golf, Baseball…) gemeint.

Das Ziel dieser Gegenstände in Notfallsituationen:

  • Der Gegner kann so auf Distanz gehalten werden.
  • Der Angreifer kann mit einem stockähnlichen Gegenstand angegriffen werden.
  • Dadurch, dass der Angreifer mit einem Stock auf Distanz gehalten wird, werden die Angriffe abgeblockt.

Hierbei kann eine Frau ruhig einen ausholenden Schlag machen oder den Angreifer mit einigen Stößen abblocken.

diverse Gegenstände:

Hier können Polster, Koffer, Taschen, Kleidung oder Stühle zum Einsatz kommen. Eigentlich kann alles genommen werden, was einem auch unter die Hand kommt.

Das Ziel:

  • Eine Tasche oder ein Koffer kann immer zur Verteidigung genutzt werden. So versucht man die Angriffe durch Schläge auf den Täter abzuwehren.
  • Der Täter kann mit jedem greifbaren Gegenstand angegriffen werden.

Der Angriff auf einer Frau wird durch Gegenschläge mit einem Koffer oder einer Tasche abgeblockt. Dabei kann der Täter genauso zwischen den Beinen getreten werden oder ins Gesicht geschlagen werden.

Stichwaffen:

Gegenstände, wie beispielsweise ein Messer, Schlüssel, zerbrochene Flaschen, Stifte oder Gabeln können in einer akuten Notfallsituation sehr wohl eine große Hilfe sein. Im Grunde genommen trägt jede Frau mit sich Schlüssel, Stifte oder eine Nagelfeile mit.

Das Ziel:

Mit diesen Gegenständen kann zur Abwehr versucht werden, Körperstellen zu treffen, die verwundbar sind und wo der Täter zurückschrecken kann. Besonders Hände, Gesicht oder Arme sind verwundbare Körperstellen. Dabei muss das nicht gelernt werden. Wichtig ist, dass die Stiche auf die Körperstellen fallen. So wird der Angreifer zurückschrecken und die Frau bekommt die Chance sich abzuwehren und wegzurennen.

Steine:

Hier können Gegenstände wie zum Beispiel Flaschen, schwere Bücher, Aschenbecher oder Steine zur Abwehr verwendet werden. Nichtsdestoweniger sind Pfeffersprays genauso ein wichtiger Abwehrgegenstand, den die meisten Frauen in ihrer Tasche haben.

Das Ziel:

  • Mit dem Werfen der Gegenstände nach dem Täter, kann versucht werden ihn so auf Distanz zu halten. Außerdem kann er dadurch auch verletzt werden, wodurch die Chancen für jede Frau erhöht werden, dass er weglaufen wird.
  • Steine, Bücher oder Flaschen können als Schlagwaffen eingesetzt werden.

kleinere Objekte:

Darunter fallen Gegenstände wie Schlüssel, Münzen, Feuerzeuge oder auch Lebensmittel.

Das Ziel:

  • Die kleineren Gegenstände können zur Ablenkung eingesetzt werden. Die Frau kann den Täter mit Münzen oder einem Feuerzeug bewerfen.
  • Des Weiteren eignet sich dafür genauso Sand, Erde oder Kiesel. Damit kann man den Gegner direkt in die Augen treffen, wobei er für eine gewisse Zeit nichts sehen kann und nicht mit dem Angriff weitermachen kann.
  • Außerdem kann der Angreifer mit einem Handy oder einer Taschenlampe geblendet werden, wodurch er für kurze Zeit die Orientierung verlieren kann.

Sprays und Flüssigkeiten:

Hierfür eigen sich Flüssigkeiten aller Arten, wie beispielsweise Tee, Parfüm, Wasser, Mücken- oder Haarsprays.

Das Ziel:

  • Der Gegner kann so erfolgreich abgeschreckt oder zumindest für eine kurze Zeit abgelenkt werden.
  • Durch heiße Flüssigkeiten wie einem Tee, kann der Angreifer verletzt werden.
  • Ein Parfüm, Deo oder ein Pfefferspray kann dem Täter in die Augen gesprüht werden, wodurch es in seinen Augen brennen wird und er von der Frau ablässt.

seilartige Gegenstände:

Besonders Gegenstände wie Gummischläuche, Kabeln, Seile oder Gürtel können zur Abwehr eingesetzt werden.

Das Ziel:

  • Mit einem Kabel kann der Angreifer gewürgt werden, damit er von der Frau ablässt.
  • Darüber hinaus kann der Angreifer mit einem Gürtel oder einer Hundeleine geschlagen werden.

Der Einsatz der eigenen Arme und Beine:

Arme und Beine sind effektive Waffen, die zusammen mit den üblichen Alltagsgegenständen eingesetzt werden können. Beispielsweise kann mit einer Stichwaffe ein Angriff dem Täter gegenüber vorgetäuscht werden und gleichzeitig kann auf ihn mit Beinen eingetreten werden. Mit den Armen und Beinen wird der Täter gestoßen und es kann solange auf ihn eingetreten werden, bis er von der Frau ablässt.

Das Selbst verteidigen – Zivilcourage mit Wissen

Selbstverteidigung beginnt damit, gefährliche Situationen schon im Vorfeld zu vermeiden und gar nicht in eine solche zu geraten. Wer einen solchen Moment zur Vermeidung jedoch verpasst, der kann unter Umständen dazu gezwungen sein, sich auch körperlich mit der Situation auseinanderzusetzen. Doch selbst wenn man versucht, sich selbst zu retten, ist ein gewisses Maß an Zivilcourage erforderlich, um nicht aus Angst in einer Schockstarre zu verharren.

Zivilcourage bedeutet, im richtigen Moment so viel Verstand und Vernunft einsetzen zu können, dass einem selbst oder einem Mitmenschen aus einer ausweglosen Situation herausgeholfen werden kann. Wichtig dabei ist jedoch, keine unnötigen Risiken einzugehen und nicht selbst rechtswidrig zu handeln, denn in diesem Fall drohen einem selbst behördliche Konsequenzen. Hierzu ein Beispiel:

Mitten in der Nacht gehen sie von der Nachtschicht nach Hause und sehen in ein paar Metern Entfernung, wie eine Person auf eine andere zu geht und versucht, sie zu bedrängen. Anstatt hier auf den Angreifer zuzustürmen und ihn zu verprügeln (das würde ihn im schlimmsten Fall nämlich nur noch aggressiver machen), ist Geschicklichkeit gefragt. Einfach aus ein paar Metern Entfernung „Hey Schatz“ zu rufen und weiter auf das Opfer (nicht den Angreifer) zuzugehen, kann den ein oder anderen Angreifer bereits in die Flucht schlagen ohne sich körperlich auseinandersetzen zu müssen. Außerdem macht es Sinn, vielleicht davor schon die Polizei zu informieren, wenn die Situation eindeutig als gefährlich erkannt wird; denn wenn es wirklich zu einer Auseinandersetzung kommt kann die Polizei diese bereits mitverfolgen und schneller reagieren, da auch sie die Gefahr erkennt.

Ganz egal ob es sich um Fremde oder Freunde handelt, die angegriffen werden: Zivilcourage erfordert ein gewisses Geschick, um sich nicht selbst auch noch in Gefahr zu bringen. In solchen Situationen weiß man schließlich nie ob der Angreifer bewaffnet ist. Und wenn doch, und es ist offensichtlich erkennbar, dann ist es besser, im Hintergrund zu bleiben und die Polizei zu informieren. Wenn der Täter sein Opfer angreift und im Anschluss verschwindet, besteht immer noch eure Pflicht zur Hilfeleistung. Auch Erste Hilfe ist Zivilcourage.

Rechtliche Besonderheiten

In Österreich ist die Sachlage so geregelt, dass grundsätzlich jeder Bürger verpflichtet ist, Erste Hilfe zu leisten, wenn die Situation dies erfordert (§ 95 StGB). Die Unterlassung der Hilfeleistung ist mit einer Haft- oder Geldstrafe bedroht. Das Ausmaß der Hilfeleistung ist jedoch nicht geregelt; wer also keinen Lehrgang besucht hat, und die Rettung ruft, dem wird ebenfalls Erste Hilfe angerechnet. Jedoch wird von niemandem verlangt, sich bei der Hilfeleistung selbst in Gefahr zu begeben. Wenn also ein LKW verunglückt, der Gefahrgut transportiert, und plötzlich Unmengen an Flüssigkeit verliert, sollte man unbedingt Abstand halten und lediglich Rettung und Polizei informieren.

Zudem sollte man in Fällen, in denen von Notwehr (§ 3 StGB) Gebrauch gemacht wird, darauf achten, dass diese nicht überschritten wird. Gewalt darf mit entsprechender, verhältnismäßiger Gegengewalt abgewendet werden. Jedes darüber hinausgehende Maß birgt jedoch das Problem, dass man selbst wegen Körperverletzung angezeigt werden kann. Zivilcourage bedeutet also nicht einfach nur zu helfen, wenn es erforderlich ist, sondern auch zu wissen, was man in solchen Situationen eigentlich tun darf; und bis zu welchem Grad.

Zivilcourage und Selbstverteidigung erlernen

Manchen liegt sie im Blut, andere müssen sie erst an sich entdecken und wieder andere bilden sie sich einfach selbst aus. Mut und Zivilcourage kommt zu Tage, wenn wir und in einer unerwünschten (gefährlichen) Situation sind, die unsere Auswege einschränkt. In diesen Momenten müssen wir uns diese Auswege schaffen. Doch bevor es zu einer Auseinandersetzung kommt gibt es einige Geschehnisse, die erst in einer Kettenreaktion zu dieser Gefahrensituation führen.

Das Verkennen durch mangelnde Wachsamkeit

Eine bedrohliche Situation kommt auf uns zu und wir erkennen sie erst, wenn es zu spät ist und wir direkt mit ihr konfrontiert sind. Dem können wir vorbeugen, indem wir schon im Vorfeld unsere Umgebung scannen. Eine Gruppe unheimlich wirkender Menschen kommt auf mich zu? Ich wechsle lieber die Straßenseite. Ich merke, wie Schritte von hinten immer schneller auf mich zu kommen? Ich renne lieber ein paar Meter. Die Situation abzuwenden, bevor sie uns erreicht ist der erste Schritt der Selbstverteidigung.

Zu frühes physisches Eskalieren

Wenn mir ein bedrohlich wirkender Mensch gegenüber steht, bedeutet dies noch lange nicht, dass er mich auch angreift. Wer jetzt schon anfängt nach ihm zutreten oder zu schlagen, dem droht eine Anzeige und eine Gerichtsverhandlung, denn Notwehr ist hier auf Grund des fehlenden Angreifens des Gegenübers nicht gegeben. Lediglich das Gegenüber hätte jetzt das Recht, von Notwehr gebrauch zu machen. Bevor man sich körperlich verteidigt sollte man auf jeden Fall verbal das Gegenüber darauf hinweisen, Abstand zu halten oder einen in Ruhe zu lassen. Erst wenn er darauf nicht reagiert oder nicht locker lässt sollte der Körper eingesetzt werden.

Was danach geschieht

Man hat sich erfolgreich verteidigt und den Angreifer in die Flucht geschlagen. Egal zu welcher Zeit und egal welche Termine man gehabt hätte, der nächste Weg ist der zur Polizei. Dort wird Anzeige erstattet und der genaue Tathergang festgehalten. Entscheidend ist vor allem, wann die körperliche Gewalt zur Verteidigung unvermeidbar war.

Diese drei Punkte gelten auch dann, wenn ein Mitmensch angegriffen wird und ich ihm zur Hilfe eilen kann. Auch das Abwenden von Gewalt an einem Dritten gilt in Österreich als Notwehr.